Nationalpark Skjoldungernes Land: Fjord, Wälder und Geschichte

Ein Fjord voller kleiner Inseln, alte Buchenwälder und eine Landschaft, in der einst Könige gelebt haben sollen: Im Nationalpark Skjoldungernes Land liegen Natur und Geschichte ungewöhnlich nah beieinander. Entdecke Roskilde Fjord, Gl. Lejre und die stillen Wälder Mittelseelands.

Manche Landschaften sind schön. Andere beginnen zu erzählen, sobald man etwas genauer hinsieht. Im Nationalpark Skjoldungernes Land führen Wege durch alte Wälder und eiszeitliche Hügel, entlang des Roskilde Fjords und vorbei an Spuren von Menschen, die hier seit Jahrtausenden leben. Von den sagenhaften Skjoldungern in Lejre bis zu den Wikingerschiffen von Roskilde verbindet dieser Nationalpark Natur und Kulturgeschichte auf besondere Weise. Ein Stück Seeland für alle, die beim Dänemarkurlaub nicht nur schauen, sondern entdecken möchten.
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©Visit Denmark, Freya McOmish

Entdecke Dänemark: Nationalpark Skjoldungernes Land – Fjorde, Wälder und Kulturlandschaften

Wo Landschaft Geschichten erzählt

Ein stiller Fjord mit kleinen Inseln. Alte Buchenwälder, in denen sich Wege zwischen Seen und Mooren verlieren. Sanfte Hügel, Wiesen und Felder. Dazwischen Grabhügel, Herrenhäuser, kleine Kirchen und Spuren von Menschen, die hier schon vor Tausenden Jahren lebten.

Der Nationalpark Skjoldungernes Land auf Seeland ist kein Nationalpark der spektakulären Naturkulissen. Seine Besonderheit erschließt sich langsamer.

Hier sind Natur und Geschichte miteinander verwoben.

Wer durch die Landschaft rund um Roskilde und Lejre fährt oder wandert, begegnet immer wieder Orten, an denen sich beides kaum voneinander trennen lässt. Die Eiszeit formte Hügel und Täler, Menschen legten Wege und Felder an, errichteten Grabhügel, Königshallen, Dörfer und Gutshöfe.

Und mittendrin liegt der Roskilde Fjord.

Vielleicht ist genau das die schönste Art, Skjoldungernes Land zu entdecken: nicht auf der Suche nach einer einzelnen großen Sehenswürdigkeit, sondern mit Zeit für eine Landschaft voller kleiner Geschichten.

Wo liegt der Nationalpark Skjoldungernes Land?

Der Nationalpark liegt auf Mittelseeland rund um Roskilde, Lejre und Teile der Kommune Frederikssund. Von Kopenhagen aus ist die Region in relativ kurzer Zeit erreichbar – und trotzdem fühlt sie sich an vielen Stellen erstaunlich weit entfernt von der Großstadt an.

Mit rund 170 Quadratkilometern verbindet der Nationalpark sehr unterschiedliche Landschaften. Etwa ein Drittel seiner Fläche besteht aus dem Roskilde Fjord, zwei Drittel liegen an Land.

Dort wechseln sich Wälder, Seen, Bäche, Moore, Wiesen, offene Kulturlandschaften und eiszeitliche Hügel miteinander ab. Hinzu kommen Strandwiesen, Küstenhänge, Inseln und kleine Holme im Fjord.

Es ist gerade diese Vielfalt, die Skjoldungernes Land besonders macht.

Warum heißt der Nationalpark Skjoldungernes Land?

Der ungewöhnliche Name führt weit zurück in die dänische Sagenwelt.

Die Skjoldunger waren der Überlieferung nach ein frühes dänisches Königsgeschlecht, das von König Skjold abstammte. In alten Sagen wird Lejre als Sitz dieser legendären Herrscher beschrieben.

Wo Mythos endet und Geschichte beginnt, lässt sich nicht immer eindeutig sagen.

Archäologische Ausgrabungen rund um Gl. Lejre haben jedoch gezeigt, dass hier während der Eisen- und Wikingerzeit tatsächlich ein bedeutendes Machtzentrum existierte. Archäologen fanden unter anderem Spuren außergewöhnlich großer Hallenbauten.

Die alten Erzählungen bekamen dadurch plötzlich einen sehr realen Hintergrund.

Und genau deshalb trägt der Nationalpark heute den Namen Skjoldungernes Land – das Land der Skjoldunger.

Gl. Lejre – auf den Spuren früher Könige

Wer die Geschichte hinter dem Namen verstehen möchte, sollte Gl. Lejre besuchen.

Die Landschaft wirkt zunächst ruhig und unspektakulär. Doch zwischen Wiesen, Hügeln und kleinen Wegen liegen archäologische Spuren, die von der Bedeutung dieses Ortes erzählen.

Hier wurden die Überreste großer Hallen aus Eisen- und Wikingerzeit entdeckt. Grabhügel und eine eindrucksvolle Schiffssetzung gehören ebenfalls zur historischen Landschaft.

Das Faszinierende daran ist die Offenheit des Ortes.

Man steht nicht vor einer vollständig rekonstruierten Königsburg. Stattdessen braucht es ein wenig Vorstellungskraft. Man schaut über die Landschaft und versucht sich auszumalen, wie dieser Ort vor mehr als tausend Jahren ausgesehen haben könnte.

Geschichte wird dadurch nicht unbedingt einfacher.

Aber vielleicht ein bisschen spannender.

Roskilde Fjord – das blaue Herz des Nationalparks

Der Roskilde Fjord prägt einen großen Teil des Nationalparks.

Das flache Gewässer zieht sich mit Buchten, kleinen Inseln und Halbinseln durch die Landschaft. Strandwiesen reichen bis ans Wasser, an anderen Stellen wachsen Wälder fast bis an die Küste.

Der Fjord ist dabei nicht nur schön anzusehen. Er ist ein wertvoller Lebensraum für Fische, Pflanzen und vor allem Vögel.

Besonders während der Zugzeiten können große Mengen Wasser- und Küstenvögel beobachtet werden. Einige Arten brüten auf den kleinen Inseln und Holmen des Fjords.

Wer ein Fernglas mitnimmt und sich einen ruhigen Platz am Ufer sucht, entdeckt häufig mehr, als zunächst zu sehen ist.

Ein Fjord braucht Rücksicht

Gerade weil der Roskilde Fjord ein bedeutender Lebensraum für Vögel ist, gelten in empfindlichen Bereichen besondere Schutzregeln.

Während der Brutzeit dürfen beispielsweise Inseln und kleine Holme im Fjord teilweise nicht betreten werden. Auch an anderen Stellen können saisonale Einschränkungen gelten.

Für Besucher bedeutet das vor allem: Beschilderungen beachten, ausgewiesene Wege und Plätze nutzen und Vögel aus ausreichend großer Entfernung beobachten.

Wer auf oder am Wasser unterwegs ist, sollte größere Vogelansammlungen weiträumig umgehen.

Ein guter Naturmoment entsteht schließlich nicht dadurch, dass man einem Tier möglichst nahekommt.

Sondern dadurch, dass es sich trotz unserer Anwesenheit ungestört verhält.

Boserup Skov – wo der Wald auf den Fjord trifft

Westlich von Roskilde liegt Boserup Skov direkt am Fjord.

Der alte Laubwald ist besonders im Frühling bekannt, wenn sich der Waldboden mit Buschwindröschen und anderen Frühlingsblumen füllt. Doch auch außerhalb dieser Zeit lohnt sich ein Spaziergang.

Die Wege führen durch Buchenwald, über feuchte Bereiche und immer wieder Richtung Wasser. Gerade der Wechsel zwischen dichtem Wald und offenem Fjord macht Boserup besonders.

Im Sommer spendet das Blätterdach Schatten. Im Herbst färbt sich der Wald, während zwischen den Bäumen immer wieder das Wasser sichtbar wird.

Ein schöner Ort für einen unkomplizierten Ferienhaustag: ein paar Stunden draußen, vielleicht ein Picknick und anschließend wieder zurück.

Es muss nicht immer eine große Wanderung sein.

Bidstrupskovene – tief hinein in Mittelseelands Wälder

Im Süden des Nationalparks verändert sich die Landschaft erneut.

Die Bidstrupskovene gehören zu einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Seelands. Das Gelände ist überraschend hügelig und abwechslungsreich. Wälder wechseln sich mit Wiesen, Mooren, kleinen Seen und offenen Grasflächen ab.

Quellen treten aus den Hängen hervor, Bäche durchziehen den Wald und an manchen Stellen fühlt sich die Landschaft deutlich wilder an, als man es mitten auf Seeland erwarten würde.

Auch seltenere Tierarten finden hier geeignete Lebensräume. Dazu gehört beispielsweise die Haselmaus, während Feuchtgebiete, Waldwiesen und offene Flächen Lebensraum für Amphibien, Schmetterlinge und zahlreiche Vogelarten bieten.

Wer einfach einmal für ein paar Stunden im Wald verschwinden möchte, ist hier richtig.

Avnsø – ein Waldsee für den Sommertag

Mitten in den Bidstrupskovene liegt der Avnsø.

Der kleine Waldsee besitzt klares Wasser und gehört zu den Orten, an denen sich ein Naturausflug im Sommer wunderbar verlangsamen lässt.

Vielleicht beginnt der Tag mit einer Wanderung durch den Wald. Am See wird eine Pause gemacht, und wer möchte und wenn die Bedingungen passen, kann ins Wasser gehen.

Danach führt der Weg wieder durch den Wald zurück.

Kein großes Programm.

Aber möglicherweise genau der Urlaubstag, an den man sich später erinnert.

Skjoldungestien – zu Fuß durch Natur und Geschichte

Wer den Nationalpark wandernd kennenlernen möchte, stößt schnell auf den Skjoldungestien.

Das Wegenetz umfasst rund 50 Kilometer und verbindet Roskilde, Lejre und Hvalsø mit verschiedenen Landschaften des Nationalparks. Der Weg führt durch Wälder und offene Landschaft, vorbei an Wiesen, Mooren und Gewässern und bis an den Roskilde Fjord. Seit 2026 gehört der Skjoldungestien zum nationalen Netz qualitätsgeprüfter Naturwanderwege.

Für einen Ferienhausurlaub muss man daraus natürlich keine mehrtägige Tour machen.

Einzelne Abschnitte eignen sich wunderbar für einen halben oder ganzen Tag. So lässt sich beispielsweise ein Stück Wald mit einer historischen Landschaft oder ein Abschnitt entlang des Fjords verbinden.

Gerade diese Kombination ist typisch für Skjoldungernes Land.

Man wandert nicht nur durch Natur.

Man wandert durch Geschichte.

Roskilde – eine Stadt gehört einfach dazu

Nationalpark und Stadturlaub scheinen zunächst nicht unbedingt zusammenzugehören.

In Skjoldungernes Land schon.

Roskilde liegt mitten im Nationalpark und bringt eine völlig andere Ebene in die Entdeckungsreise. Die ehemalige Königsstadt gehört zu den historisch bedeutendsten Orten Dänemarks.

Über der Stadt erhebt sich der Roskilde Dom, seit 1995 UNESCO-Welterbe und Grablege zahlreicher dänischer Königinnen und Könige.

Doch Roskilde funktioniert genauso gut ohne großes Besichtigungsprogramm.

Durch die Stadt schlendern, Kaffee trinken, hinunter zum Fjord gehen und anschließend vielleicht noch durch den Wald – all das lässt sich an einem Tag verbinden.

Wo Wikingerschiffe wieder aufs Wasser kommen

Direkt am Roskilde Fjord begegnet man einer anderen Seite der Geschichte.

Im Vikingeskibsmuseet dreht sich alles um Schiffe, Seefahrt und das maritime Leben der Wikingerzeit. Ausgangspunkt sind fünf originale Wikingerschiffe, die im Roskilde Fjord bei Skuldelev gefunden wurden.

Besonders spannend ist dabei der Blick auf das alte Handwerk.

Historische Schiffe werden nicht nur ausgestellt. Rekonstruktionen zeigen, wie mit traditionellen Werkzeugen und Techniken gearbeitet wurde und welches Wissen notwendig war, um vor tausend Jahren seetüchtige Schiffe zu bauen.

Damit schließt sich ein Kreis.

Draußen liegt derselbe Fjord, über den Menschen schon seit Jahrhunderten gefahren sind.

Selsø – wo Kulturgeschichte wieder auf Natur trifft

Im nördlichen Teil des Nationalparks liegt die Landschaft rund um Selsø.

Hier treffen Fjord, Wiesen und Vogelgebiete auf historische Kulturlandschaft. Selsø Slot erinnert an die Geschichte der Gutshöfe, während sich rundherum eine offene Landschaft bis zum Wasser erstreckt.

Gerade solche Orte erklären den Begriff „Kulturlandschaft“ besonders gut.

Was wir heute als schöne Landschaft wahrnehmen, ist nicht ausschließlich Natur. Landwirtschaft, Viehhaltung, Gutshöfe, Wege und Dörfer haben sie über Jahrhunderte mitgeformt.

Skjoldungernes Land erzählt deshalb immer auch von der Beziehung zwischen Mensch und Landschaft.

Herrenhäuser, Alleen und alte Dörfer

Überall im Nationalpark tauchen Spuren dieser Geschichte auf.

Alte Herrenhäuser liegen in großzügigen Landschaften, Alleen führen durch Felder und kleine Dörfer haben Strukturen bewahrt, die teilweise seit Jahrhunderten bestehen.

Zu den bekanntesten Anlagen gehört Ledreborg bei Lejre. Schloss, Park und die umgebende Gutshoflandschaft zeigen eine ganz andere Epoche als die Spuren der Wikingerzeit nur wenige Kilometer entfernt.

Genau darin liegt der Reiz.

Steinzeit, Eisenzeit, Wikinger, Mittelalter und die Welt der Gutshöfe existieren nicht in voneinander getrennten Museen.

Ihre Spuren liegen nebeneinander in derselben Landschaft.

Eine Landschaft, die von der Eiszeit geformt wurde

Noch bevor Menschen hier ihre Spuren hinterließen, hatte das Eis die Grundlage geschaffen.

Die letzte Eiszeit formte Hügel, Täler und Senken, in denen später Seen, Moore und Bäche entstanden. Auch der Roskilde Fjord gehört zu dieser geologischen Geschichte.

Besonders in den hügeligen Waldgebieten lässt sich diese Landschaft gut erleben.

Ein Weg führt bergauf, danach wieder hinunter zu einem Bach oder einer feuchten Wiese. Hinter dem nächsten Hügel öffnet sich plötzlich eine völlig andere Landschaft.

Auch auf Seeland ist Dänemark längst nicht überall flach.

Outdoor im Ferienhausurlaub – ganz ohne Expedition

Wie schon bei Mols Bjerge passt auch hier eine Form von Outdoor besonders gut, die nicht nach Leistungsnachweis aussieht.

Man kann morgens vom Ferienhaus losfahren, zwei oder drei Stunden wandern, am Fjord ein Picknick machen oder durch einen Wald gehen und anschließend zurückkehren.

Wer mehr möchte, findet längere Wander- und Fahrradrouten sowie Möglichkeiten, den Fjord vom Wasser aus zu erleben.

  • Skjoldungestien – für Wandern zwischen Natur und Kulturgeschichte.
  • Boserup Skov – für Wald und Fjord an einem Tag.
  • Bidstrupskovene – für längere Waldwanderungen.
  • Roskilde Fjord – für Küstenwege, Vogelbeobachtung und Ausblicke übers Wasser.
  • Gl. Lejre – für Spaziergänge durch eine historische Landschaft.
  • Selsø – für Fjordnatur, Vögel und Kulturlandschaft.

Man entscheidet selbst, wie viel davon in einen Urlaubstag passt.

Mit Kindern durch Skjoldungernes Land

Für Familien hat der Nationalpark einen großen Vorteil: Viele seiner Geschichten lassen sich draußen erzählen.

Wer waren die Skjoldunger? Warum liegen Grabhügel mitten in der Landschaft? Wie sah ein Königssitz vor mehr als tausend Jahren aus? Wie bauten die Wikinger Schiffe, die über offene Meere fahren konnten?

Plötzlich ist Geschichte nicht mehr nur etwas, das in einem Schulbuch steht.

Auch die Natur bietet genug zum Entdecken. Ein Fernglas am Fjord, Frösche an einem Waldsee oder ein Weg durch einen Buchenwald können vollkommen ausreichen.

Und wenn die Aufmerksamkeit irgendwann nachlässt?

Dann ist es vielleicht einfach Zeit für ein Eis in Roskilde.

Natur erleben, ohne sie zu stören

Auch in Skjoldungernes Land bedeutet Nationalpark nicht, dass überall dieselben Zugangsregeln gelten.

Ein Teil der Landschaft befindet sich in Privatbesitz. In privaten Wäldern darf man sich beispielsweise grundsätzlich auf Straßen und Wegen und nur innerhalb bestimmter Tageszeiten bewegen. In staatlichen Wäldern gelten großzügigere Zugangsrechte.

Hinzu kommen Schutzgebiete mit besonderen Regeln.

Deshalb gilt auch hier: Die Beschilderung vor Ort hat immer Vorrang.

  • Markierte Wege nutzen, besonders auf privaten Flächen.
  • Saisonale Sperrungen beachten.
  • Brut- und Rastvögel nicht aufscheuchen.
  • In empfindlichen Gebieten ausreichend Abstand halten.
  • Hunde dort anleinen, wo es vorgeschrieben ist.
  • Weidetiere nicht füttern oder bedrängen.
  • Pflanzen und Lebensräume möglichst unberührt lassen.
  • Müll wieder mitnehmen.

Gerade weil so viele Menschen in dieser Landschaft leben, arbeiten und Erholung suchen, gehört Rücksicht zum Entdecken dazu.

Vier Jahreszeiten im Land der Skjoldunger

Skjoldungernes Land funktioniert das ganze Jahr über.

Im Frühling gehören die alten Laubwälder zu den schönsten Orten. Frisches Grün und große Flächen mit Frühlingsblumen verändern die Landschaft innerhalb weniger Wochen.

Im Sommer locken Fjord, Waldseen und lange Tage draußen. Wanderungen lassen sich mit einem Besuch in Roskilde oder Lejre verbinden.

Der Herbst passt vielleicht besonders gut zu diesem Nationalpark. Wenn sich die großen Laubwälder färben und Nebel über Wiesen und Seen liegt, bekommt die ohnehin geschichtsträchtige Landschaft eine besondere Atmosphäre.

Im Winter werden Strukturen wieder sichtbar. Ohne Laub öffnet sich der Blick tiefer in die Wälder, und am Fjord lassen sich andere Vogelarten beobachten als im Sommer.

Danach zurück ins warme Ferienhaus?

Unbedingt.

Nationalpark und Ferienhaus – Zeit statt Programm

Ein Nationalpark mit 170 Quadratkilometern muss nicht an einem Wochenende „geschafft“ werden.

Gerade im Ferienhausurlaub kann man sich erlauben, langsam zu entdecken.

Heute geht es nach Roskilde und an den Fjord. Morgen vielleicht nach Gl. Lejre. Übermorgen werden die Wanderschuhe angezogen und ein Stück Skjoldungestien gelaufen.

Und zwischendurch?

Vielleicht gar nichts.

Frühstücken, Kaffee trinken, lesen und erst am Nachmittag entscheiden, ob man noch einmal los möchte.

Die Landschaft läuft schließlich nicht weg.

Unser Tipp: Geschichte nicht nur in Museen suchen

Natürlich gibt es im Nationalpark hervorragende Museen und historische Sehenswürdigkeiten.

Aber einige der schönsten Geschichten liegen draußen.

Ein Grabhügel auf einer Anhöhe. Eine alte Allee. Eine Schiffssetzung im Gras. Ein Weg, der seit Generationen durch dieselbe Landschaft führt.

Wer ein wenig darüber weiß, sieht plötzlich mehr.

Ein Feld ist dann nicht einfach ein Feld und ein Hügel nicht einfach ein Hügel.

Genau das macht Skjoldungernes Land zu einem so besonderen Nationalpark.

Gut zu wissen über den Nationalpark Skjoldungernes Land

  • Der Nationalpark liegt auf Mittelseeland rund um Roskilde, Lejre und Teile von Frederikssund.
  • Er wurde 2015 eröffnet und war der erste Nationalpark auf Seeland.
  • Der Nationalpark umfasst rund 170 Quadratkilometer.
  • Etwa ein Drittel seiner Fläche besteht aus dem Roskilde Fjord.
  • Auch Wälder prägen einen großen Teil des Nationalparks.
  • Die Landschaft wurde wesentlich durch die letzte Eiszeit geformt.
  • In Gl. Lejre wurden bedeutende Spuren aus Eisen- und Wikingerzeit gefunden.
  • Der Name Skjoldungernes Land geht auf das sagenhafte Königsgeschlecht der Skjoldunger zurück.
  • Der Skjoldungestien umfasst rund 50 Kilometer Wanderwege durch unterschiedliche Landschaften.
  • Roskilde mit Dom und Wikingerschiffsgeschichte liegt mitten im Nationalpark.
  • Teile des Nationalparks befinden sich in Privatbesitz, weshalb unterschiedliche Zugangsregeln gelten können.
  • Am Roskilde Fjord sind einzelne Inseln und Holme während der Brutzeit zum Schutz der Vögel gesperrt.

Wo Natur und Geschichte zusammengehören

Manche Nationalparks beeindrucken sofort.

Skjoldungernes Land braucht vielleicht ein wenig länger.

Man muss durch einen Wald gehen, am Fjord stehen oder auf einen Grabhügel schauen und sich fragen, wer vor tausend Jahren denselben Blick gehabt haben könnte.

Dann verändert sich die Landschaft.

Die Hügel erzählen von der Eiszeit. Die Wälder von Jahrhunderten der Nutzung und Veränderung. Die Grabhügel und Königshallen von Menschen, die lange vor uns hier lebten. Und der Fjord verbindet all diese Geschichten miteinander.

Vielleicht ist genau das die größte Besonderheit dieses Nationalparks.

Hier muss man sich nicht entscheiden, ob man wegen der Natur oder wegen der Kultur kommt.

Das eine lässt sich ohne das andere kaum erzählen.

Fazit

Der Nationalpark Skjoldungernes Land verbindet auf ungewöhnliche Weise Fjordlandschaften, alte Wälder und jahrtausendealte Kulturgeschichte.

Am Roskilde Fjord lassen sich Vögel beobachten und stille Buchten entdecken. In Boserup und den Bidstrupskovene führen Wege tief in die Wälder. Rund um Gl. Lejre begegnet man Spuren früher Machtzentren, während Roskilde von Königen, Wikingerschiffen und mittelalterlicher Geschichte erzählt.

Dazwischen liegen Dörfer, Herrenhäuser, Seen, Wiesen und Wege durch eine Landschaft, die bereits von der Eiszeit geformt wurde.

Vom Ferienhaus aus lässt sich all das wunderbar Stück für Stück entdecken.

Und vielleicht braucht es dafür manchmal gar kein festes Ziel.

Nur einen Weg, etwas Zeit – und die Neugier darauf, welche Geschichte hinter dem nächsten Hügel wartet.

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